Montag Abend waren wir auch spontan zu einer Privatradioparty eingeladen. Ganz erlaucht, ganz fein - so wie wir auch die Location - ganz erlaucht, ganz fein, aber das Essen war kalt. Das alleine wäre für mich schon Grund genug gewesen, auf dem Absatz kehrt zu machen. Zum Glück waren die Getränke kostenlos.
"Ah Herr Vorbrodt grüße Sie. Warten Sie ganz kurz! Herr Kölmel, wie geht es der Kinowelt, alles fit? Aber zurück zu Ihnen mein lieber Vorbrodt..."
So hätten die Gespräche dort verlaufen können, wenn die beiden Herren mich nur kennen würden. Aber arrogant wie sie sind haben sie nicht mal Hallo gesagt, auch nicht als ich im Suff, durch die vielen kostenlosen Getränke, dem Herrn Kölmel einen Zungenkuss anbot. Naja, ich Schlampe verschwand in den Regen und wurde nass. Die bösen Eigenschaften des Wetters.
Medientreffpunkt Tag 2:


So siehts aus, wenn zwei Große der Zukunft auf Ihrem Gebiet die gleichen Räume teilen.
Zur linken Prof.Dr.med.reabil.Alexander Kaden in spé und zur rechten, Herr André Kaiser - Radiomacher, Radiodoktor, Radiogott.
Nur der verpennte stand mit mir eine geschlagene dreiviertel Stunde vor der Tür, um zum Tagungsgelände im Westin Leipzig zu gelangen.
Rein - anmelden - Tasche um - hoch - fragen - ahhhh -rein -mhh
Thema No1:
Radio -Vernetzte Inhalte, vernetzter Markt?
Es war ein Schaulaufen der Privaten und öffentlich rechtlichen Sender.
Die Webpräsenzen von MDR Sputnik und Deutschlandfunk sind ohne Zweifel sehr ansehnlich und inhaltlich gut aufbereitet, doch ein ffn oder psr können und müssen auf die finanzielle Seite schauen und dementsprechen einen Weg finden, gleiche Produkte günstig anzubieten. Gleichzeitig stand von einem Fragenden der Sachverhalt im Raum, das deutsche Radio hat den Trend des Geldverdienens im Netz verpasst. Um diesen Aspekt zu widerlegen, ging Eric Markuse erneut auf die bereits erwähnt schöne Seite von MDR Sputnik ein und lobte sich selbst. Um dann gleich auf böse, hinterhältige Art die Podiumsdiskussion zu sprengen und sich anzumaßen, seinen privaten Kollegen vorzuwerfen, bei Ihnen sieht es auf der Seite nicht so toll aus.
Tja, ein Teufelskreis. Komm ich auch zu einer kleinen Frage: Wie sieht eigentlich die Zukunft des Radios aus?
Die Antwort scheint schwer zu fallen, oder? Google weiß gleich 327000 Antworten, ob die alle das erwünschte Ergebnis bringen, ich beweifle!
Hauptsache war doch, zu beteuern, dass man was plane.
Thema No 2:
Online - Wer wird Leitmedium?
Gehe ich nach der Einführung von Hans-Joachim Fuhrmann so muss ich ganz schnell sagen spiegel-online ist der "Star in der Runde".
Selbst auf den Rechnern eines sueddeutsche.de-Redakteurs ist eben diese Seite Startseite.
Was wird, was ist das Leitmedium? Diese Frage wurde spontan unter anderen Fragestellungen um die Konkurrenz zum eigenen Printobjekt oder Werbemargen, vergraben und führte somit elegant am Thema vorbei.
Thema No 3:
Wie doof, wie klug muss Radiocomedy sein?
Auch diese Frage blieb am Ende im Raum. Weil eine Definition für Comedy oder Humor nicht reicht um zu sagen was ist lustig, was nicht.
Den Aufwand den NDR-Info betreibt um seine Wochenschau zu produzieren ist beachtlich. Doch auch hier hinkt der Vergleich zwischen Privaten und Gebühren finanzierten Öffentlichen.
Richtig ist, wenn Klaus Vorbrodt sagt, er kann es sich fast nicht erlauben, aufwendig zu arbeiten, wegen der Kunden. Die Nachfrage reguliert den Markt.
Richtig ist, wenn Michael Bollinger sagt: "Ach Sie mögen es billig" Er wünscht sich mehr Mut der Privaten. Richtig. Leider dann vielleicht auch gleich mit zehn Mitarbeitern weniger. Aber egal Mut gehabt.
Schluss mit dem Medientreffpunkt.
Fazit: Ordentlich, gutes Essen, lange Schlangen, schöne Hostessen, saubere Klos, alles was man zu wohlfühlen braucht.
Ich danke und meine bis dann
Jan


No comments:
Post a Comment